 Schlagheck, Alexandra Anne-Marie: Untersuchungen zum Einfluss ausgewählter Faktoren auf die in vitro-Verdaulichkeit von Silomais und auf Parameter der Pansenphysiologie
| Influence of selected factors on the in vitro digestibility of silage maize and on parameters of rumen physiology |
Dissertation (PDF (.pdf),
1127 KB)
Schlüsselwörter
Mais, in vitro-Verdaulichkeit, Fusarium, Mykotoxine, Stay Green Sorten, Pansenphysiologie, Rusitec maize, in vitro digestibility, Fusarium, mycotoxins, Stay Green cultivars, rumen physiology, Rusitec
Sachgruppe der DNB 39 Landwirtschaft, Garten
Basisklassifikation 48.50, 48.61
Göttinger Online Klassifikation YE, YF
Dissertation zur Erlangung des Doktortitels, angenommen von: Georg-August-Universität Göttingen, Fakultät für Agrarwissenschaften, 2001-02-15
Abstract (english)
Digestibility is an important parameter concerning the quality assessment
of maize cultivars. In some European countries it already became a
criteria with regard to the assessment for national lists. It is well
known that the digestibility is not only genetically determined but also
influenced by a number of other factors. Some of these factors like the
maturing habit (“Stay Green Type”, “Dry Down Type”), the maturing group
classification (early to medium early), the susceptibility to infection by
fungi of the genus Fusarium, and the factor environment were investigated
by the studies presented.
Two 3-year field trials (1995-1998) based on different experimental
conceptions allowed investigations during certain stages of maturing and
on different parts of the maize plant. The carrying out on 5 widespread
locations in Germany made it possible to analyse the impact of the factor
environment on the digestibility.
The digestibility was examined in vitro by an enzymatic procedure
(“Cellulase Method”) and was estimated by using NIRS (near infrared
reflectance spectroscopy). The extent of Fusarium infection was assessed
in the field by the using the “Pinch Test” and in the laboratory by
measuring the activity of the enzyme Cellulase produced by the fungus in
the plant material.
In addition to these investigations the contamination with the mycotoxin
Zearalenone which is produced by many species of the genus Fusarium was
analysed.
The results showed differences in in vitro digestibility of the cultivars
which were more distinct in the stover material than in the cob. Although,
on average, the stover of medium maturing genotypes had a slightly higher
in vitro digestibility, single genotypes of the early maturing group
showed an above average in vitro digestibility. Maturing habit had no
effect on stover digestibility.
The maximum value for in vitro digestibility of parts of the maize plant
occurred at different stages of maturing. During the maturing process
there was little variation in cob digestibility but the digestibility of
the stover decreased significantly.
In agreement of the both procedures no Fusarium infection of the cobs was
detected. In contrast to this an occasional, massive infection of the
stover material was found, depending on environment and cultivar. No
correlation was found between stover digestibility and the extent of
Fusarium infection. The correlation between the extent of Fusarium
infection and the content of Zearalenone in the plant was positive but
very weak (r= 0,23).
The results of this study further indicate that, on average, Zearalenone
levels were lower in medium early maturing cultivars than in early
maturing cultivars and lower in “Stay Green” than in “Dry Down” cultivars.
In addition to the investigations on the in vitro digestibility of maize,
an experiment that dealt with the impact of Fusarium infection on certain
parameters of rumen physiology was carried out. The results obtained from
analysis by a “Rumen Simulation Technique” System showed a significant
decrease of the number of protozoa but simultaneously an increase in total
microbial protein mass in the rumen liquid, due to Fusarium infection.
Another result was that the production of two short chain fatty acids
decreased significantly during the fermentation of Fusarium-infected maize
stovers. No effect of Fusarium was found on the production of methane,
NH4-nitrogen and on the total quantity of synthesised short chain fatty
acids.
Abstract (deutsch)
Die Verdaulichkeit ist ein wichtiger Parameter für die Qualität einer
Maissorte. In einigen europäischen Nachbarländern fließt sie bereits als
Bewertungskriterium in die offizielle Sortenprüfung ein. Es ist bekannt,
dass die Verdaulichkeit nicht ausschließlich genetisch determiniert ist,
sondern von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Einige
dieser Faktoren, wie das Abreifeverhalten („Stay Green“ bzw. „Dry Down“)
die Reifegruppenzugehörigkeit (frühe bzw. mittelfrühe Reifegruppe), die
Anfälligkeit für Pilze der Gattung Fusarium sowie der Faktor Umwelt wurden
im Rahmen der vorliegenden Dissertation untersucht.
Der dreijährige Feldanbau (1995-1998) basierte auf zwei verschiedenen
Versuchskonzepten, die Untersuchungen zu konkreten Reifestadien sowie
einzelnen Pflanzenfraktionen ermöglichten und aufgrund des Anbaus auf fünf
Standorten eine breite Datenbasis zur Untersuchung von Umwelteffekten
lieferten.
Die Ermittlung der Verdaulichkeit erfolgte in vitro mittels der
Cellulasemethode und zusätzlich als Schätzung durch die
Nahinfrarotreflexionsspektrokopie (NIRS). Der Fusariumbefall wurde durch
die „Daumendruck-Bonitur“ („Pinch-Test“) auf dem Feld und im Labor durch
die Bestimmung der Cellulaseaktivität im Pflanzenmaterial ermittelt.
Zusätzlich wurden Analysen zur Kontamination des Pflanzenmaterials mit dem
von Fusarien produzierten Mykotoxin Zearalenon durchgeführt.
Die Ergebnisse der in vitro-Verdaulichkeitsuntersuchung zeigten im
Restpflanzenmaterial deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen
Maissorten. Diese waren nicht durch sortentypisches Abreifeverhalten zu
erklären. Im Durchschnitt besaßen die Sorten der mittelfrühen Reifegruppe
bei vergleichbaren Trockensubstanzgehalten eine höhere in
vitro-Verdaulichkeit als die Sorten der frühen Reifegruppe. Das
Kolbenmaterial der untersuchten Sorten wies lediglich marginale
Verdaulichkeitsunterschiede auf.
Die maximale in vitro-Verdaulichkeit war bei den einzelnen
Pflanzenfraktionen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erreicht. Die
Verdaulichkeit der Restpflanze reduzierte sich mit zunehmender Abreife,
die des Kolbens blieb weitgehend konstant.
Im Kolbenmaterial konnte in Übereinstimmung mit den angewendeten Methoden
kein Fusariumbefall festgestellt werden. Stengelfusariosen waren in
Abhängigkeit von Sorte und Umwelt teilweise sehr ausgeprägt vorhanden.
Eine Korrelation zwischen der in vitro-Verdaulichkeit und der Stärke des
Fusariumbefalls existierte nicht. Zwischen den Merkmalen Fusariumbefall
und Zearalenongehalt in der Pflanze bestand lediglich eine schwach
positive Korrelation (r=0,23).
Des weiteren konnte ein Zusammenhang zwischen der
Reifegruppenzugehörigkeit bzw. dem Abreifeverhalten und der
Zearalenonkontamination festgestellt werden. Maissorten der mittelfrühen
Reifegruppe wiesen im Vergleich zur frühen und „Stay Green“-Typen im
Vergleich zu „Dry Down“-Typen geringere Zearalenongehalte auf.
Neben den Analysen zur Beeinflussung der in vitro- Verdaulichkeit durch
Fusarien, wurde an einem Pansensimulationssystem (Rumen Simulation
Technique) untersucht, ob Fusariumbefall bei Mais Effekte auf Parameter
der Pansenphysiologie ausübt. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante
Reduktion der Protozoenanzahl sowie eine erhöhte Bildung von mikrobieller
Proteinmasse während der Fermentation von Maisstengeln mit starkem
Fusariumbefall. Auch hinsichtlich der Synthese der flüchtigen Fettsäuren
Buttersäure und Valeriansäure war bei starkem Fusariumbefall eine
signifikante Reduktion zu beobachten. Keinen Einfluss hingegen hatte der
Fusariumbefall auf die Bildung von Methan sowie NH4 Stickstoff und auf die
Produktion der flüchtigen Fettsäuren Essigsäure und Propionsäure während
der Fermentation der Maisstengel.
| Betreuer:
| Abel, Hansjörg; Prof. Dr. |
| Gutachter:
| Abel, Hansjörg; Prof. Dr. |
| Gutachter:
| Pawelzik, Elke; Prof. Dr. |
| URL der Dissertation: | http://webdoc.sub.gwdg.de/diss/2001/schlagheck/schlagheck.pdf |
Niedersächsische
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