~ The North American Indian ~
Edward S. Curtis, Fotografien aus der Pierpont Morgan Stiftung

 
 


Einleitung

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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Edward S. Curtis und die Indianer Nordamerikas
Hans Christian Adam

Wenn wir in einem Buch, einer Zeitschrift oder auf einer Plakatwand eine altmodisch wirkende, bräunlich-monochrome Photographie sehen, die einen einsamen Indianer in den Weiten der Prärie, einen Häuptling mit Federschmuck oder eine Squaw vor einem Tipi zeigt, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um ein Bild von Edward Sheriff Curtis (1868-1952) handelt. Sein photographisches Werk kommt unserer traditionellen Vorstellung von den Indianern Nordamerikas nicht nur entgegen, es hat sie zu einem guten Teil geprägt. Curtis' Photographien zeigen Indianer wie sie einst gewesen sein mögen - oder vielleicht eher, wie wir sie uns gewünscht hätten.

Kein anderer Photograph hat ein größeres Œuvre zu diesem Thema geschaffen. Etwa seit der Wende zum 20. Jahrhundert verfolgte Curtis das Ziel, die bedrohten Traditionen der Indianerstämme in Wort und Bild festzuhalten. Über 30 Jahre lang studierte er ihr Leben und ihre Gebräuche, notierte ihre Geschichten und Legenden. Damit wurde der Photograph Curtis auch zum Ethnographen.

Das Ergebnis seiner langjährigen Arbeit mündete in der zwanzigbändigen Enzyklopädie The North American Indian, die umfangreiche Texte und rund 2200 Photogravüren umfasste. Dieses monumentale Werk ist in nur kleiner Auflage zwischen 1907 und 1930 erschienen und war zum Subskriptionspreis von 3000 Dollar zu haben. Die Enzyklopädie deckt den gesamten amerikanischen Kontinent nördlich der mexikanischen Grenze, westlich des Mississippi und hoch hinauf zur Beringstraße ab und ist damit eine der wichtigsten historischen Publikationen über die Indianer. Sie gehört außerdem zu den schönsten Büchern der Welt, ledergebunden und mit Goldschnitt versehen, perfekt gedruckt auf schwerem Papier.

Jeder der 20 in sich abgeschlossenen, mit jeweils ungefähr 75 Tiefdrucktafeln im Format von 14 x 19 cm sowie gelegentlich mit Graphiken und Karten illustrierten Textbände war einem oder einer Reihe von verwandten oder topographisch benachbarten Indianerstämmen Nordamerikas gewidmet. Jeden einzelnen Band begleitete eine separate Bildmappe im Portfolioformat. Sie enthielt in der Regel 36 große Abbildungen im Format von ca. 30 x 40 cm. Diese Photogravüren gelangten auch als Sonderdrucke in den Handel. Besonders auf diesen hochwertigen Drucken beruht Curtis' Ruf als Photograph. Den Höhepunkt seines Ruhmes dürfte er etwa zwischen 1905 und 1914 erreicht haben. Bei Erscheinen des letzten Bandes seiner Enzyklopädie im Jahr 1930 waren Name und Werk nur noch wenigen Spezialisten vertraut.

Edward Sheriff Curtis stammte aus einfachen Verhältnissen. Er wurde 1868 auf einer Farm in Wisconsin geboren. Sein Vater, ein Bürgerkriegsinvalide, war Wanderprediger. Ihn begleitete Edward Sheriff manchmal auf tagelangen Ritten durch die Prärie und lernte so das Leben unter freiem Himmel kennen. Edward ging nur sechs Jahre zur Schule. Er scheint sich schon früh autodidaktisch mit der Photographie befasst zu haben und machte eine Lehre in St. Paul, Minnesota. Nach dem frühen Tod des Vaters ließ sich die Familie in Seattle im Staat Washington nieder, wo der junge Curtis nach einigen Anläufen 1897 ein bald expandierendes Photostudio eröffnen konnte. In seinem auf Porträtphotographie spezialisierten Atelier ließen sich Berühmtheiten wie die russische Tänzerin Anna Pawlowa (1881-1931) oder der Literatur-Nobelpreisträger Rabindranath Tagore (1861-1941) ablichten.
Bereits um 1890 hatte Curtis begonnen, in der Umgebung von Seattle zu photographieren, z. B. die Indianer des nahen Puget Sound oder die Gebirgslandschaften des Mount Rainier. Diese Wildnis kannte er so gut, dass er dort gelegentlich als Bergführer arbeitete. 1898 kam er in den Bergen zufällig einer Gruppe von Wissenschaftlern zur Hilfe, die sich verirrt hatte. Diese Begegnung sollte sein Leben grundlegend verändern. Aus dem Kontakt ergab sich der hochinteressante Auftrag, im folgenden Jahr die private Alaska-Expedition des Eisenbahnmagnaten Edward Harriman als Photograph zu begleiten. Auf der Tour lernte Curtis einige äußerst renommierte amerikanische Wissenschaftler kennen und knüpfte engeren Kontakt zu dem Ethnographen und Indianerexperten George Bird Grinnell (1849-1938). Bereits 1900 unternahmen die beiden gemeinsam eine Expedition nach Montana, wo Curtis Gelegenheit hatte, unter Indianern zu leben und sie zu photographieren. Die Anwesenheit beim Sonnentanz der Blood-, Schwarzfuß- und Algonquin-Stämme wurde für den Photographen nach der Teilnahme an der Harriman-Expedition zum zweiten Schlüsselerlebnis.

Trotz seiner wachsenden Begeisterung für die Indianer wusste Curtis anfangs wenig über sie und teilte zunächst das Vorurteil der Weißen, ihre Religion sei ein bedeutungsloser Aberglaube ohne tieferen Sinn. Aber sein Wunsch, mehr über die einzelnen Stämme zu erfahren, war geweckt. Für seine ersten Bilder bat er Indianer, Kampfszenen nachzustellen oder Zeremonien vorzuführen, wobei er versuchte, jegliche Zeichen der Anpassung der Indianer an die Kultur des weißen Mannes auszublenden.
Die Idee, eine umfangreiche Dokumentation über das traditionelle Leben der Indianerstämme Nordamerikas zu schaffen, entstand um 1903. Die Geschichte aller Indianerstämme, ihr Leben, ihre Zeremonien und ihre tradierten Legenden und Mythen wollte Curtis systematisch in Wort und Bild festhalten. Die Bereiche, die er untersuchen wollte, waren Sprache, soziale und politische Organisation, geographisches Umfeld, Wohnverhältnisse, Kleidung, Nahrungsmittelbeschaffung und -zubereitung, Maße und Gewichte, religiöse Bräuche sowie Sitten und Zeremonien bei Geburt, Ehe und Tod, ferner Spiele, Musik und Tänze.

Bis 1928 besuchte Curtis mehr als 80 Indianerstämme. Um seiner selbstgestellten Aufgabe gerecht zu werden, mußte er über viele Jahre bei Hitze und Kälte, in extremer Trockenheit und tiefem Schnee photographieren. Er widmete sich der schwierigen Überzeugungsarbeit, die Indianer für sein Vorhaben zu gewinnen.
Aufgrund seiner mit Neugierde gepaarten Unwissenheit übertrat Curtis anfangs ungewollt manch ungeschriebenes Gesetz und wurde von den Indianern entsprechend kühl aufgenommen. Obwohl er im Laufe der Zeit mehrere Indianersprachen erlernte, erschien es ihm angesichts der frühen Missgeschicke vorteilhaft, ein Mitglied des Stammes als Berater und Vertrauten an seiner Seite zu haben. Mit der Zeit gewann Curtis das Vertrauen und die Freundschaft der Indianer, die ihn zunehmend als Chronisten ihrer Traditionen schätzten. Seine indianischen Modelle, die längst in Reservaten lebten, waren schließlich nicht ungern bereit, für den Photographen zu posieren - als wollten auch sie damit ihre Vergangenheit wieder einfangen, jenes scheinbar sorgenfreie alltägliche Leben und jene Spiritualität, die ihnen die Weißen genommen hatten.
Da die nordamerikanischen Indianerstämme keine schriftlichen Zeugnisse besaßen, beschäftigte sich Curtis intensiv mit ihrer mündlichen Überlieferung. Er zeichnete die Biographien der bedeutenden Häuptlinge, Krieger, Medizinmänner und Priester auf, und mit Hilfe eines frühen Aufnahmegerätes hielt er die Musik der Indianer fest, die er später zu Noten transkribieren ließ. Als sich Curtis' Forschungen ihrem Ende zuneigten, geschah es, dass Stämme, die er seit Jahren vergeblich zur Mitarbeit zu bewegen versucht hatte, ihn informierten, sein Besuch sei ihnen nun willkommen. Es war den Indianern bewusst geworden, dass Curtis und seine Mitarbeiter die einzigen waren, die ihre Traditionen in Wort und Bild dokumentieren wollten. Curtis selbst war davon überzeugt, dass die Indianer innerhalb weniger Generationen vollständig verschwinden würden. Eines seiner berühmtesten Bilder betitelte er The Vanishing Race.

Obwohl Curtis' Indianerbilder bereits kurz nach der Jahrhundertwende sehr bekannt waren, vermochte der Photograph sein anspruchsvolles Dokumentationsprojekt mit dem Verkauf von Lichtbildern allein nicht zu finanzieren. Es erwies sich als glücklicher Umstand, dass Präsident Theodore Roosevelt Curtis' Arbeiten kennen lernte und einen Kontakt zu dem Eisenbahnmagnaten und Finanzier John Pierpont Morgan (1837-1913) herstellte. Der Mäzen Morgan unterstützte Curtis mit einer Art Stipendium, das den Grundstein für die Publikation legte, aber nicht ausreichte, das gesamte Projekt abzuschließen. Tatsächlich befand sich Curtis' Projekt stets am Rand des finanziellen Abgrunds und nur seiner unermüdlichen Beharrlichkeit ist die Vollendung der Bandreihe zu verdanken.
So war Curtis gezwungen, sich weitere Einnahmequellen zu verschaffen. Er hielt Vorträge und publizierte Artikel, wodurch wiederum seine Photographien bekannter wurden und auch als Einzelstücke verkauft werden konnten. In der Hoffnung auf einen - vergeblichen - Publikumserfolg drehte er 1914 unter dem Titel Im Land der Kopfjäger sogar einen Spielfilm über das Leben der Indianer an der pazifischen Nordwestküste. Curtis inszenierte diesen kolorierten Stummfilm, dessen Handlung auf Legenden und mündlichen Überlieferungen beruhte, wirklichkeitsfern und filmgerecht angereichert mit einer Prise Gewalt und sentimentaler Romantik. Er kostümierte die Indianer nach seinen Vorstellungen und nahm bei den Dreharbeiten Standbilder auf, die später in seinen Büchern auftauchten, ohne als Filmstills gekennzeichnet zu sein - was ihm die Wissenschaftler in der Folgezeit verständlicherweise vorwarfen. Die Tatsache, dass eine indianische Ethnie im Mittelpunkt des Filmes steht und das gesamte dramatische Geschehen bestimmt, machte dieses Werk trotz seiner Mängel zu einem filmgeschichtlichen Novum, das u.a. Einfluss auf Dokumentarfilmer wie Robert Flaherty (1884-1951) hatte.

Als Autor und Indianerforscher findet Curtis erst in jüngerer Zeit stärkere Beachtung. Die Zeitgenossen reagierten sehr unterschiedlich auf sein Projekt. Trotz Roosevelts politischer Unterstützung wurde das Projekt staatlicherseits nicht gefördert. Den etablierten Ethnologen und Anthropologen war Curtis' Tätigkeit suspekt. Der Photograph konnte keine akademische Ausbildung vorweisen, war aber aufgrund seiner Kontakte zu hochgestellten Persönlichkeiten und dank seiner Vortragskünste bekannter als mancher Professor. Die Wissenschaftler nahmen vor allem Anstoß am Kunstcharakter seiner Photographien, und tatsächlich zeugen die Bilder von einem idealistischen Blick auf die Wirklichkeit. Der Photograph setzte seine Modelle in ihrer Umgebung in Szene und beschränkte sich nicht auf die einfachen, sachlichen Regieanweisungen, die Dokumentarphotographen üblicherweise ihren Modellen geben.
Die Wissenschaftler an den amerikanischen Universitäten wollten Kunst und Wissenschaft streng getrennt sehen. Mit Nichtachtung straften sie daher die wunderschöne, jedoch extrem teure, limitierte Auflage des North American Indian sowie die populären Magazine, in denen Curtis' Photos erschienen. Allerdings interessierte sich Curtis auch kaum für die Forschungen anderer, was zu Recht auf Befremden stieß.
Oft ist Curtis als Einzelgänger dargestellt worden, der die Arbeit einer ganzen Institution zu leisten versuchte. Dieses Bild mag in der öffentlichen Selbstdarstellung des Photographen begründet liegen. Er führte seine Forschungen jedoch keinesfalls allein durch, sondern teilte die Arbeitsschwerpunkte innerhalb eines Teams von bis zu 17 Mitarbeitern auf. Einige seiner Leute begleiteten ihn während der Feldforschungen, andere arbeiteten im Photostudio, im Vertrieb oder bei der Buchproduktion mit.
Bereits Anfang der 1920er Jahre war ein öffentliches oder wissenschaftliches Interesse am Fortgang von Curtis' Werk kaum noch vorhanden. Für den alternden Photographen, der 59jährig für den letzten Band noch einmal in die Arktis reiste, war mit dem Abschluss des 20. Bandes und der 20. Mappe ein derartig starker finanzieller und psychischer Druck verbunden, dass er sich physisch und emotional völlig erschöpfte. Ein Bostoner Buchhändler namens Charles Lauriat übernahm den nicht sehr erfolgreichen Vertrieb der verbleibenden Bände und Gravüren. In den Folgejahren arbeitete Curtis am Manuskript seines nie veröffentlichten Alterswerks, Der Lockruf des Goldes. 1952 starb der Photograph 84jährig im kalifornischen Whittier in der Nähe von Los Angeles.
Es ist schwer, einem so umfangreichen und qualitativ heterogenen Werk wie dem von Curtis Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die Buchreihe ist über einen langen Zeitraum entstanden, während dem sich die Einstellung des Photographen und Beobachters änderte. Visuell bewegte sich Curtis im Dreieck kommerzieller Porträtstudioproduktion, piktorialistischem Schönheitsstreben und sachlich orientierter Dokumentarphotographie. Zunehmend bemühte er sich die Dinge zu zeigen, wie sie sind. Und doch hatte Curtis anfangs keinerlei Hemmung, seine Bilder zu manipulieren: er dramatisierte Szenen, kostümierte seine Modelle, ließ weg, was ihm nicht gefiel. So retuschierte er den ihm von seinen Gastgebern im Tipi stolz präsentierten Wecker. Wissenschaftler machten ihm nach Erscheinen der ersten Bände den Kunstcharakter seiner Abbildungen zum Vorwurf, was sich zum Vorurteil manifestierte. Sie ignorierten die Tatsache, dass mit Fortschritt der Bandreihe ihr Charakter zunehmend an Wissenschaftlichkeit gewann - Curtis lernte stetig dazu.

Sind seine Indianerphotographien Dokumente? Sind seine Bilder mit ihrer magischen Qualität wirklich das Echo einer Zeit, in der Mensch und Natur noch in Einklang standen? Leidenschaftlich hatte Curtis versucht, mit Notizblock und Kamera Zeugnisse einer Kultur festzuhalten, von der er glaubte, sie sei unmittelbar vom Untergang bedroht. Curtis folgte einem humanistischsozialen Denkansatz. Seine Porträts haben den Ureinwohnern des amerikanischen Kontinents ein bleibendes Gesicht gegeben. Es sind Lichtbilder, die sich unserem Gedächtnis eingeprägt haben: Bildnisse von Indianern, die Kraft und Würde ausstrahlen, Bilder, die eine große kulturelle Vielfalt dokumentieren und Bilder, die die universellen Werte von Individuum, Familie, Stamm und Nation zum Ausdruck bringen. In der Enzyklopädie von Curtis sind die Indianerstämme endlich friedlich und brüderlich vereint. Die Photographien zeigen das Erbe der Indianer und machen sie zu einem Teil der amerikanischen Geschichte. Bei allen Einschränkungen stellen sie doch auch einen amerikanischen Traum dar - den von Stolz und Freiheit.

 

In search of lost time
Edward S. Curtis and the North American Indians
Hans Christian Adam


Whenever we open a book or magazine or pass a billboard and see an old-fashioned looking, sepia toned photograph of a lone "Red Indian" on the wide open prairie, or a chieftain wearing a feather headdress, or a squaw before a tipi, the chances are that the photographer was Edward Sheriff Curtis (1868-1952). His photographic oeuvre not only ties in with our traditional idea of the North American Indian, but has largely moulded this notion. Curtis' photographs show Indians as they might once have been - or, rather, as we might wish them to have been.
No other photographer has created a larger body of pictures on this subject. Starting at the turn of the 19th/20th centuries, Curtis dedicated over 30 years to his goal of capturing the last lived traditions of the Indian tribes in word and image. He spent the greater part of his life studying their life and customs, and noting down their history and their legends, with the result that Curtis the photographer also became an ethnographer.

His many years of endeavor culminated in the 20-volume encyclopedia The North American Indian, which comprised extensive textual material and some 2,200 photogravures. The work was issued in a very limited print run between 1907 and 1930, the subscription set costing a princely 3,000 dollars. The encyclopedia covers the entire American continent north of the Mexican border, west of the Mississippi und up north to the Bering Strait, and constitutes one of the most important historical publications on American Indians. It is also one of the most beautiful books ever produced, superlatively printed on heavy paper, leatherbound and with gilt edging. Each of the 20 selfcontained volumes, which were illustrated with approximately 75 plates measuring 14 x 19 cm (5" x 7") and which featured the occasional chart or map, was dedicated to one or a number of related or topographically contiguous Indian tribes in North America. Each individual volume was further accompanied by a separate portfolio, which generally contained 36 largeformat photogravures, measuring approximately 30 x 40 cm (12" x 16"). These photogravures were also sold singularly as offprints, and it is especially on these topquality prints that Curtis' reputation as a photographer rests. His fame peaked between 1905 and 1914, but by the time the last volume of his encyclopedia appeared in 1930, he was known to only a handful of specialists.

Coming from a modest background, Edward Sheriff Curtis was born in 1868 on a farm in Wisconsin. His father, an invalid from the Civil War, was an itinerant preacher, and sometimes the young Edward would accompany him on rides lasting several days through the prairies, as a result of which he became acquainted early on with life under the open sky. The boy went to school for only six years. It seems that he took an interest in photography, in a selftaught capacity at an early age, subsequently working as an apprentice in a photo studio in St. Paul. Following the early death of the father, the family settled in Seattle in the state of Washington. Here in 1897, after a number of attempts, Curtis managed to open a photo studio of his own, specializing in portrait photography, and his business soon flourished. Famous personalities came to his studio to sit for him, including the Russian ballerina Anna Pavlova (1881-1931) and the winner of the Nobel Prize for literature Rabindranath Tagore (1861-1941).

Curtis had begun photographing in the environs of Seattle around 1890, taking shots for example of the Indians at nearby Puget Sound or of the landscape of Mount Rainier. He knew this wilderness so well that he sometimes worked in it as a mountain guide. In 1898 he came by chance to the aid of a group of scientists who had lost their way in the mountains, an encounter that was to radically alter his life. For the contact led to a highly interesting commission for Curtis: to accompany the private Alaska expedition of the railway magnate Edward Harriman the following year as tour photographer. During the trip Curtis got to know some prominent American scientists, in particular striking up a close relationship with the ethnographer and expert on American Indians George Bird Grinnell (1849-1938). As early as 1900 the two mounted a joint expedition to Montana, where Curtis had the opportunity to live among the Indians and photograph them. After participating in the Harriman expedition, Curtis' witnessing of the sun dance of the Blood, Blackfoot and Algonquin tribes proved to be a second turning point in the photographer's life.

Despite his growing fascination for the Indians, Curtis knew little about them at first, and initially he shared the whites' prejudice that their religion was nothing but senseless superstition with no deeper meaning. Yet the desire had been ?kindled in him to learn more about the individual tribes. For his first photographs he asked Indians to restage battles or conduct ceremonies for him, attempting to erase all signs of assimilation on the part of the Indians to the culture of the white man.

The idea of creating an extensive documentation of the traditional ways of the Northern American Indian tribes came to Curtis around 1903. He conceived of the plan of capturing in word and image the history of all of the Indian tribes, their life, ceremonies, legends and myths. The areas he wished to investigate were language, social and political organization, geographical context, living conditions, dress, procurement and preparation of food, weights and measures, religious customs, the rituals and customs pertaining to birth, marriage and death, as well as games, music and dance.In the years up to 1928 Curtis visited more than 80 Indian tribes. To do justice to his selfimposed task, he had for years on end to photograph in both heat and cold, in drought and in deep snow. He also had to contend with the trying job of winning over the Indians to his purpose.
Through both ignorance and inquisitiveness, Curtis at first unwittingly broke a number of unwritten laws and was correspondingly coolly received by the tribes. Although with time Curtis learned a number of Indian languages, it seemed to him advantageous - not least in view of his early blunders - to have a member of the tribe at his side as an adviser and informant. Over the years the photographer won the trust and friendship of the Indians, who for their part came increasingly to appreciate him as the chronicler of their traditions. Since the North American Indian peoples had no written lore, Curtis directed his attention to their oral traditions. He noted down the biographies of prominent chieftains, warriors, medicine men and priests, and with the help of an early soundrecording device also captured the Indians' music which he later had transscribed to notes. As his researches were coming to an end, it happened that tribes which for years he had vainly tried to contact sent word that they would now be glad to receive him. They had realized that Curtis and his assistants were the only people who wished to document their traditions in word and picture. Curtis himself was convinced that the Indians would disappear completely in a few generations' time. One of his most famous images was titled The Vanishing Race.

Although Curtis' Indian pictures were already wellknown in the first years of the 20th century, the photographer was unable to fund his ambitious documentary project solely from the sales of his photographs. Thus it was an extremely fortunate circumstance that President Theodore Roosevelt should come to know of Curtis' work and introduce the photographer to the financier John Pierpont Morgan (1837-1913). The patron Morgan supported Curtis and his project with a kind of bursary, which laid a cornerstone for the publication of his encyclopedia, but which was insufficient to bring the whole project to a conclusion. Indeed, Curtis balanced at the edge of financial disaster all the time, and it is only thanks to his enormous stamina that his magnum opus finally saw its completion.
Thus the photographer was always obliged to find other sources of income. He held lectures and published articles, as a result of which his photographs became better known and more saleable. In 1914 Curtis even shot a feature film, entitled In the Land of the Headhunters, based on the life of the Indians on the Pacific northwest coast. The fact that an Indian ethnic group was placed at the center of the film and determined the entire plot made Curtis' work a first in film history, influencing later filmmakers like Robert Flaherty (1884-1951) of Nanoo the Eskimo fame.
It is only recently that Curtis has met with greater interest as an author and researcher of Indians. His contemporaries reacted in markedly different ways to his undertaking. Despite Roosevelt's political backing, the project found no state sponsorship. Established ethnologists and anthropologists regarded Curtis' activities with suspicion. The photographer had no academic training, and yet thanks to his contacts with people in high places and to his skills as a lecturer he was better known than many a professor. The scientists were above all offended by the aesthetic character of his photographs. Curtis wanted to present the fruits of his expeditions in artistic form, and indeed his pictures do betray an idealized view of reality. The photographer "stagemanaged" his models in their surroundings, and was not content with the simple, matter-of-fact directions that documentary photographers normally give to their models.

Ethnologists and anthropologists at American universities wanted to see a strict division between art and science, as a result of which they punished the beautiful but extremely pricey limited edition of The North American Indian, as well as the popular magazines that printed Curtis' photos, by ignoring them. In all fairness, however, it should be added that Curtis for his part paid scant attention to other people's researches in this field, which rightly met with con-sternation. Curtis has often been depicted as a lone wolf trying to accomplish the work of an entire institution. This image may well have had its origins in the way he presented himself in public. Yet the photographer by no means conducted his researches on his own, but rather apportioned the core areas of the work among a team of up to 17 collaborators. Some of these helpers accompanied him during his researches in the field, while others worked in his Seattle photo studio, or assisted with production of the encyclopedia, or sold books and photographs.
Public and scientific interest in the progress of Curtis' great work had already largely disappeared by the early 1920s. For the ageing photographer, who at 59 once more journeyed forth to the Arctic for the last volume, the task of finishing the 20th tome and 20th portfolio exerted such a heavy financial and mental strain that he was completely drained, both physically and emotionally. A Boston bookseller by the name of Charles Lauriat took over the none too successful distribution of the remaining volumes and gravures. In the years following completion of the project, Curtis worked on the manuscript of his late work, the book The Lure of Gold, which was never published. The photographer died in 1952 at the age of 84, at Whittier, California, not far from Los Angeles.
It is hard to do justice to such an extensive and qualitatively heterogeneous body of work as that left by Curtis. His series of volumes were produced over a very long period of time. His attitudes shifted. Visually Curtis moved in a triangle consisting of commercial studio portraiture, artistic pictorialism and pure documentation. Certainly he revised his original enthusiastic heroism to show things more as they were.

But are his Indian photographs documents? Are his pictures with their magical quality truly an echo of an age in which people still lived in harmony with nature? Subscribing to a humanistic, social standpoint, Curtis attempted with passionate enthusiasm to record in words and pictures a culture that was, so he believed, threatened with immediate extinction. His portraits have given a lasting face to the indigenous peoples of the American continent. They are photographs that have imprinted themselves on our minds: shots of Indians who radiate strength and dignity, images that document a great cultural diversity, and pictures that express the universal values of the individual, the family, the tribe and the nation. In Curtis' encyclopedia, the Indian tribes are at last united in peace and brotherhood. His photographs show the Indian heritage and make it a part of American history. Whatever reservations we may have about them - that they are posed, idealistic or romantic - nevertheless they also represent an American dream, a dream of pride and freedom.

 

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