Zusammenfassung
Die Pathogenese bei zwei wichtigen rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen, der ankylosierenden Spondylitis (AS) und der rheumatoiden Arthritis (RA), ist bislang nicht klar. Bei beiden Erkrankungen könnte ein bislang nur postuliertes, unbekanntes Antigen eine entscheidende Rolle spielen. T Zell Antworten gegen Antigene von Bakterien, z.B von Klebsiella oder gegen. Autoantigene aus Knorpelgewebe, wie z.B. vom Proteoglycan, wurden früber bereits untersucht. Bisherige Untersuchungen haben aber keine überzeugende Evidenz für die Beteiligung von Proteoglycan-Autoantigen bei der Pathogenese erbracht.
In meiner promotionsarbeit wandte ich daher die sensitivere und spezifischere Technik der Antigen-spezifischen Zytometrie an, um die T Zell Antwort gegen h-hsp60 und y-19kD zu untersuchen, wie auch gegenüber unterschiedlichen, aus Knorpel stammenden Autoantigenen bei AS- und zum Teil auch bei RA-Patienten. Durch IFNg-Sekretion bei CD4+ T-Zellen als primären Parameter quantifizierte ich die Antigen-spezifische T Zell Antwort im peripheren Blut und in der Synovial-Flüssigkeit bei Patienten mit AS, RA und bei Kontroll-Individuen, um die Frage zu beantworten, welche Antigen-spezifischen T Zellen bei AS-Patienten im Vergleich zu RA-Patienten und Kontrollen auftreten.
Die Ergebnisse zeigen, dass im Vergleich zu gesunden Kontrollen eine ähnliche T-Zell Antwort gegenüber h-hsp60 und y-19kD auch bei Patienten mit AS oder RA auftritt, was nahelegt, dass diese beiden Antigene nicht die Antigene sind, die primär eine Rolle in der Pathogenese der AS oder RA spielen. Für die Knorpel-Autoantigene zeigte sich, dass auf der Basis der relativen Frequenzhäufigkeit von IFNg+ produzierenden CD4+ T Zellen die G1-Domäne des Proteoglycan-Aggrecan bei mehr als zwei Dritteln der Patienten mit AS (61.7%) und bei der Hälfte der untersuchten Patienten mit RA (54.5%) erkannt wurde. Im Gegensatz dazu zeigten gesunde Probanden nur eine Reaktivität in einigen wenigen Fällen (10%). Keine T Zell Antwort wurde hingegen bei dieser Untersuchung bei AS-Patienten gegenüber gp39, einem humanen Knorpel-Protein und gegenüber Collagen II gefunden.Wichtig dagegen, die Immunantwort von CD4+ T Zellen aus der Synovial-Flüssigkeit gegenüber der G1-Domäne war signifikant höher als im Vergleich zu der von CD4+ T-Zellen aus peripherem Blut (PB). Weitere Analysen bestätigten, dass zwei T Zell Epitope aus der G1-Domäne bei AS-Patienten immundominant waren: die Aminosäuren-(AA)-Fragmente 292-309 und 252-269. Diese Befunde führen zu der Vermutung, dass die G1 Domäne des Aggrecan eine Zielstruktur für die Immunantwort bei AS-Patienten sein könnte.
Ein weiteres Ziel dieser Untersuchung war es, den möglichen Effekt einer anti-TNFa Behandlung bei AS-Patienten hinsichtlich der Produktion von Zytokinen durch ihre T Zellen und Makrophagen zu bestimmen. Die Behandlung von aktiver ankylosierender Spondylitis mit dem monoklonalen anti-TNFa Antikörper Infliximab ist klinisch hoch effektiv. Der genaue Wirkmechanismus ist dagegen noch unbekannt. Ich untersuchte die Zytokin-Antwort bei 20 Patienten mit aktiver AS während ihrer Infliximab-Therapie. Die Ergebnisse zeigen, dass Infliximab bei T-Zellen (aber nicht bei Makrophagen) die Produktion der proinflammatorischen Zytokine IFNg und TNFa in der 6. und 12. Woche herunterregulieren konnte, hingegen kein Effekt auf die IL-4 und IL-10 Produktion zu sehen war. Die Herunterregulation der proinflammatorischen Zytokine stellt wahrscheinlich einen bedeutsamen Mechanismus für die Klinik dar. |